4. Advent – kurz vor Weihnachten. Der Evangelist Lukas erzählt vom Treffen der beiden Frauen Maria und Elisabeth. Ein Dialog, der in einen Lobpreis mündet, obwohl die aktuelle Situation von Maria und Elisabeth alles andere als rosig aussah. Ein Dialog über die Hoffnung, die wächst und zur Welt kommen will.
Das Video behandelt den letzten zitierten Satz aus dem Evangelium des vierten Adventssonntags: "Selig die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ." Der Begriff "selig" wird in Verbindung mit Weihnachten eher mit etwas Jenseitigem und Vertröstendem assoziiert. Es bedeutet ein absolutes Glücklichsein, frei von allen Widrigkeiten. Es scheint etwas zu sein, das im Diesseits nicht möglich ist. Es sind jedoch eher die kleinen Augenblicke und Momente, die nicht festgehalten werden können und plötzlich da sind, aber auch wieder verschwinden. "Selig die geglaubt hat" wird zu Maria gesagt, und in den beiden Frauen keimt Hoffnung inmitten einer kalten und dunklen Welt. Die Weihnachtszeit ist kein Ort der Vertröstung, sondern ein Aufblühen der Hoffnung, das bereits spürbar ist und zur Welt gebracht werden möchte. Maria hat geglaubt und ihre Sinne geschärft für das, was außerhalb ihrer bisherigen Sichtweise lag. Sie hat sich über ihren eigenen Schatten erhoben und ist aufgerichtet worden. Diese befreiende Zuversicht bringt nicht nur eine Idee hervor, sondern ein konkret gelebtes Leben, eine Liebe, die sich von Tod und Gewalt nicht aufhalten lässt. Jesus brachte zwar nicht das Paradies auf Erden, aber es gab Momente des Glücks und der Seligkeit inmitten einer erbarmungslosen und gewalttätigen Welt. Wer sich dieser größeren Perspektive öffnet, wird seine eigene Hoffnung spüren und wie bei Elisabeth vor Freude im eigenen Leib hüpfen lassen. Aus dem Dialog der beiden Frauen können wir lernen, sensibler für die Dinge zu sein, die bereits da sind, aber vielleicht bisher nicht im Blickfeld lagen. Die Hoffnung keimen zu lassen und für eine selige und glückselige Welt wachsen zu lassen, das ist der Wunsch für die kommende Adventszeit und natürlich auch für Weihnachten.